Teil 2 Einsichten zur Praxis von Laien [Ep. 8]

Einmal las ich den Satz: „Das Reine Land umfasst alle Dharma-Tore.“ Da ich mich damals mehr mit den Theorien des Chan-Buddhismus und des Vajrayana beschäftigt hatte, dachte ich: Ist das nicht viel zu arrogant? Wie kann man so etwas behaupten? Alle Dharma-Tore sind gleichwertig. Ich begann, den Namen des Buddhas zu rezitieren und die Methode des Reinen Landes zu praktizieren, nur weil ich wissen wollte, wie sich dieses Dharma-Tor von Chan und Vajrayana unterscheidet. Als ich den Namen des Buddhas kontinuierlich rezitierte – bis zu dem Punkt, an dem ich rezitierte, ohne absichtsvoll zu rezitieren –, sah ich geistig, wie Amitabha-Buddha durch mein Herzchakra eintrat. Im nächsten Moment verschmolz ich mit Amitabha-Buddha und wurde eins mit ihm; es gab keine Dualität und keinen Unterschied zwischen mir und dem Buddha. In diesem Bruchteil einer Sekunde verstand ich, dass diese Welt in Wirklichkeit Beständigkeit, Glückseligkeit, Wahres Selbst und Reinheit ist. Dass uns die Welt stattdessen als Leiden, dessen Entstehung, dessen Beendigung und der Weg zur Beendigung (die Vier Edlen Wahrheiten) erscheint, liegt nur daran, dass unser eigener Geist unrein und unvollkommen ist. Im selben Moment verstand ich auch, dass das „Reine Land“ in dem Satz „Das Reine Land umfasst alle Dharma-Tore“ sich nicht auf das Land der Höchsten Glückseligkeit (Sukhavati) bezieht, sondern auf die Reinen Länder aller Buddhas und das Reine Land der eigenen Wahren Natur. Und dies unterscheidet sich in keiner Weise davon, im Chan-Buddhismus den Geist zu klären und die Wahre Natur zu erkennen, oder im Vajrayana Körper, Rede und Geist mit der Meditationsgottheit zu vereinen. All diese Methoden führen dazu, dass sich die Wahre Natur manifestiert. Wenn man sich also vorübergehend im Zustand eines Buddhas befindet, begreift man die ewige Wahrheit, dass man selbst weder entsteht noch vergeht. Dadurch verwirklicht man die Erkenntnis des Nicht-Entstehens der Phänomene, verwandelt geistige Verunreinigungen in Erwachen (Bodhi) und lässt den Geist sicher im Reinen Land der eigenen Wahren Natur ruhen. Daher kann man sagen, dass Chan, Vajrayana und das Reine Land allesamt Dharma-Tore sind, um Erleuchtung noch in diesem Körper zu erlangen.

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